Sowohl beim Fotografieren als auch beim Betrachten stelle ich mir oft immer wieder eine Frage, wenn ich vor einem ganz bestimmten Motiv stehe:
Warum liegt Fotografien mit Sujets des Vergänglichen oder des bereits im Vergehen begriffenen eine Ästhetik und Anziehung inne, die mit dem klassischen Schönheitsprinzip nichts gemein hat?
Diese Frage ist keineswegs neu und beschäftigt die Menschen schon mindestens seit der Entstehung des Mediums Fotografie. Dennoch möchte mir meine eigenen Gedanken machen und lasse sie um das Thema kreisen:
Das Vergehen und Sterben allen Daseins entspricht dem natürlichen Lauf und wir alle unterliegen diesem Prinzip. Unseren eigenen Verfall nehmen wir, als Kinder einer auf Jugendlichkeit, Makellosigkeit und Fitness gedrillten Generation, allerdings weniger entspannt und interessiert wahr, als das von materiellen Dingen. Ruinen, von der Natur zurückeroberte verlassene Orte oder rostende Überbleibsel wirken dagegen auf geheimnisvolle Weise anziehend. Die dem Meer geweihte Lagunenstadt Venedig beispielsweise zieht Besucher magisch an und Industriebrachen geben seit jeher dankbare Motive für Fotografen. Doch worin liegt der diesen Motiven innewohnende Reiz begründet?
Ist es dem menschlichen Forschergeist und dem Festhaltenwollen eines vergänglichen Moments als Beweis des großen und übermächtigen Laufs der Natur zuzuschreiben? Strahlt das Vergängliche die schöpferische und damit auch tötende Kraft des Kosmos aus, der auch wir uns nicht widersetzen können - die wir allenfalls als Augenzeugen in Bildern fixieren können? Spüren wir bei diesen Anblicken die Stärke einer übermenschlichen und unaufhaltsamen Macht?
Vielleicht können wir das einizge Kontiuum dieser Welt, das Werden und Vergehen, vor allem am Verfall am deutlichsten sehen und empfinden. Er hält uns unsere eigene kurzlebige Bedeutung und Wirkungsfähigkeit vor Augen. Und er mahnt uns, mit der verbliebenen Zeit sinnstiftend umzugehen.
In den mehr als ausgiebig ausgelutschten Lebensmotti, wie "Carpe Diem" oder "Jeder ist seines Glückes Schmied" liegt dennoch ein essentieller Kern, dem wir uns in der Realität des Alltags oft nicht stellen, es uns aber stets vornehmen. Darin liegt eventuell die Stärke solcher Verfallsbilder: Sie erinnern uns an unser eigenes Ende. Dieser Verfall ist in jedem angelegt und wird sich irgendwann erfüllen. Da gibt es keinen Interventionsspielraum. Der Weg dorthin ist das einzige, was wir schöfperisch, kreativ gestalten können und woran wir ein glückliches, sinnvolles Leben messen. Die Bilder des Verfalls halten uns also immer auch die Möglichkeit der individuellen Gestaltung des Lebens vor Augen, die wir bis zu unserem eigenen Vergehen jeden Tag aufs Neue bekommen. Und darin liegt ein positiver, optimistischer Gedanke, dem wir dem Anblick solcher Bilder abgewinnen können.
Das ist nur eine Interpretationsmöglichkeit, mit der man sich der Ästhetik des Verfalls nähern kann. Darüber hinaus ist die persönliche Wertschätzung von Erinnerungen und der eigenen Geschichte ein weiterer bedeutender Aspekt, der uns beim Anblick solcher Bilder immer begleitet. Die eigene Kindheit hat sich in Fotografien wie auch in imaginären, gefärbten Erinnerungsbildern im Kopf eingebrannt und begleitet unseren Blick auf die Welt. Der hohe Stellenwert der Geschichte für die Entwicklung des Menschen, ob die persönliche oder gesellschaftliche, fließt in die Betrachtung von geschichtsträchtigen oder im Vergehen begriffenen Orten immer ein. Sie erzählen uns stets etwas, und immer verknüpfen wir es mit unseren eigenen Erfahrungen. Das macht solche Bilder und deren "Lektüre" so individuell.
Wie positiv oder negativ die Interpretationen einzelner Motive gestaltet sind, hängt natürlich vom jeweils Erinnerten ab. Das Erinnern selbst jedoch gilt als wesentlicher und wichtiger Bestandteil unserer Entwicklung, da es uns hilft, begangene Fehler nicht noch einmal zu begehen und alternative Lösungen zu finden oder aber positive Erlebnisse wieder und wieder zu verwirklichen.
Mittwoch, 10. März 2010
Freitag, 26. Februar 2010
zu 2t
Der Frühling schiebt sich ganz langsam ins Blickfeld. Mit dem Valentinstag wurden erste zarte Gefühle geweckt, die die noch schwachen Sonnenstrahlen kaum wiedergeben können.Doch die Sehnsucht nach Wärme und der Rückkehr des Lebens im Grün der Natur wird stärker und stärker...
Auch ich habe mich einfangen lassen vom Geist der Emotionen. Und welches Gefühl könnte man besser in Bilder packen, als die Liebe?!
Frühlingsgefühle regen sich unter dem Rest des winterlichen Eises
Dienstag, 12. Januar 2010
Relaunch
Donnerstag, 7. Januar 2010
Stadt-Oasen
Sich kleine private Oasen zu schaffen, ist ein Bedürfnis für Menschen, die in Großstädten leben. Ob dies die eigenen vier Wände sind oder ein Häuschen im Grünen - der Möglichkeiten gibt es viele. Gartenanlagen haben sich in diesem Sinne als praktikable Lösung etabliert. Doch das wachsende Platzproblem, die hohen Preise für freies Land und der Bauboom bedrängen die Kleingärtner und ihre grünen Reiche. Auch in Berlin kämpfen Gartenkolonien um ihre Rückzugsgebiete gegen Immobilienfirmen oder gar die eigene finanzschwache Stadt. Neue Bürogebäude braucht die Stadt scheinbar dringender, als zufriedene Bewohner.
Doch wohin mit der Laube und den Apfelbäumen?
Da ist Fantasie gefragt. Kein Problem für Großstadtpflanzen, wie man auf diesem Foto sieht: Selbst die Gleise des S-Bahnringes können als beidseitiger Nachbar hingekommen werden. Eingezwängt zwischen den Verkehrsschlagadern der Metropole harkt und pflanzt es sich wohl ebenso gut, wie auf der grünen Wiese. Notgedrungen?
Da kommen Fragen auf: Nehmen naturbegeisterte Berliner alles in Kauf, um sich ihr ganz eigenes Refugium schaffen zu können? Gerät der dröhnende Lärm des Feierabendverkehrs tatsächlich in den Hintergrund angesichts der Schönheit des kleinen Paradieses? Kann man sich im Zweiminutentakt des Donners wirklich entspannen? Vergisst man hier, dass man in gerade in Berlin-Mitte ist?
Diese Fragen und das Thema der Eroberung privaten Raumes inmitten von Metropolen im Zeitalter von Überbevölkerung und städtischem Platz- und Ruhezonenmangel beschäftigen mich seit langem. Eine Fotoserie zusammenzustellen ist eines meiner nächsten Ziele.
Ein Anfang ist gemacht.
Doch wohin mit der Laube und den Apfelbäumen?
Da ist Fantasie gefragt. Kein Problem für Großstadtpflanzen, wie man auf diesem Foto sieht: Selbst die Gleise des S-Bahnringes können als beidseitiger Nachbar hingekommen werden. Eingezwängt zwischen den Verkehrsschlagadern der Metropole harkt und pflanzt es sich wohl ebenso gut, wie auf der grünen Wiese. Notgedrungen?
Da kommen Fragen auf: Nehmen naturbegeisterte Berliner alles in Kauf, um sich ihr ganz eigenes Refugium schaffen zu können? Gerät der dröhnende Lärm des Feierabendverkehrs tatsächlich in den Hintergrund angesichts der Schönheit des kleinen Paradieses? Kann man sich im Zweiminutentakt des Donners wirklich entspannen? Vergisst man hier, dass man in gerade in Berlin-Mitte ist?
Diese Fragen und das Thema der Eroberung privaten Raumes inmitten von Metropolen im Zeitalter von Überbevölkerung und städtischem Platz- und Ruhezonenmangel beschäftigen mich seit langem. Eine Fotoserie zusammenzustellen ist eines meiner nächsten Ziele.
Ein Anfang ist gemacht.
Montag, 7. Dezember 2009
Advent, Advent...
...die Stimmung brennt. Nun ja, Geschenke organisieren ist das eine, in Weihnachtsstimmung kommen das andere. Trotz langsam einbrechenden Temperaturen und Glühweinkonsum muss ich mich dieses Jahr erst langsam herantasten an die besinnliche Zeit. Vielleicht hilft eine Fototour zu romantischen Orten?
Der Ursprung des Weihnachtsfestes selbst birgt Unklarheiten. Es gibt mehrere, auch biblische, Versionen der Geschichte und streng genommen ist sie wissenschaftlich nicht belegt.
Dennoch setzen sich mit der Zeit rituelle Bräuche und tradierte Geschichten als empfundene Wahrheit und Richtigkeit durch.
Wie schön, dass die menschliche Kreativität und die Kraft der Gedanken zu Weihnachten jedes Jahr aufs Neue und ganz verlässlich in uns emporsteigt.
Wie schön, dass die menschliche Kreativität und die Kraft der Gedanken zu Weihnachten jedes Jahr aufs Neue und ganz verlässlich in uns emporsteigt.
Mittwoch, 25. November 2009
Verkauf im Kontor Schwerin
Seit zwei Wochen sind einige Fotoarbeiten von mir und meinem Kollegen der seenlandgalerie, Andre van Uehm, im Kontor Schwerin zu sehen und zu kaufen. Der Bezug zu Mecklenburg ist bei uns ohnehin sehr groß. Nun wurden speziell Motive aus der mecklenburgischen Landeshauptstadt Schwerin ausgewählt.
Ungewohnte Blicke, Details und Landschaften aus der Umgegend sind als Prints mit Passepartout und auch mit Rahmen erhältlich.
Sie finden das Kontor in der Puschkinstraße 36. Geöffnet ist es Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und Sonnabend von 11 bis 14 Uhr.
Ungewohnte Blicke, Details und Landschaften aus der Umgegend sind als Prints mit Passepartout und auch mit Rahmen erhältlich.
Sie finden das Kontor in der Puschkinstraße 36. Geöffnet ist es Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und Sonnabend von 11 bis 14 Uhr.
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