Donnerstag, 28. Mai 2009

Herzlich willkommen



... dieses mal allerdings auf einer anderen website, auch meiner (unter anderem), aber nun nicht mehr nur zum spaß. denn die seenlandgalerie möchte die fotografien nicht nur mit euch allen teilen, sondern liefert sie euch zu günstigen preisen als prints mit passepartout, nach wunsch auch mit rahmen, bis vor die haustür. schaut doch mal rein: www.seenlandgalerie.de.

Dienstag, 10. Juni 2008

Zitat: Verzeih mir bitte BABY. Ich liebe dich


Ein maroder Schuppen, eine Straße, die nur von Forstfahrzeugen befahren werden darf und wild wuchernde Büsche ringsum - ein Rest von Irgendwas in der Mitte von Nirgendwo. Nicht gerade die perfekte Location für eine Liebeserklärung. Doch was war passiert?
Ob sie ihm oder er ihr oder sie ihr oder er ihm verzeihen konnte? Und was überhaupt sollte verziehen werden? Der Leser bleibt mit seiner eigenen Fantasie und diesem kargen Satz alleine.
Ist dieser Schuppen vielleicht ihr geheimer Treffpunkt gewesen, damals, als die Welt noch rosarot war und sie beide gemeinsam auf Wolken tanzten? Bevor ES passiert war? Nun, vielleicht hatte Baby die Nachricht gar nicht lesen können, weil Baby endlich (die Schule war für Baby schon seit einigen Monaten aus) eine Lehrstelle in Baden-Württemberg gefunden und das Nirgendwo bereits nach dieser Nacht verlassen hatte, in der ihr Verehrer mit einer Spraydose losgezogen war. Er hingegen (ich bleibe bei der ersten Variante, er bettelt, sie lässt ihn schmoren) wurde immer unruhiger, weil sie sich nicht meldete. Täglich fuhr er zum Schuppen um nachzusehen, ob seine Botschaft noch da war - oder sie... Doch es gab keine Spuren von ihr. Er kannte weder ihren Nachnamen noch wusste er, wo sie wohnte - er hatte keine Möglichkeit sie zu finden. So verging die Zeit , die Büsche überwuchern langsam die gesprühte Botschaft und man fragt sich, ob er heute noch hin und wieder zu dem Schuppen fährt in der Hoffnung, sein Baby würde zurückgekehrt sein.



Ernies große Reise

War es ein Streit oder das unbändige Fernweh, das Ernie entschließen ließ, sein Dreirad eines schönen Tages aus dem Schuppen zu schieben?
Er schnappte sich sein Quietscheentchen, setzte sich auf sein Gefährt und rollte, anfangs noch mühselig weil er lange nicht mehr damit gefahren war, aus seiner ihm vertrauten Wohngemeinschaft mit dem meckerigen Bert. '
Das wird ihn sicher auf die Palme bringen', dachte Ernie, der sich Berts Gesicht vorstellte, wenn er bemerken würde, dass Ernie nicht zum gemeinsamen bendessen am Tisch sitzt.
Indessen wurde das Fahren leichter und Ernie dachte nicht mehr so viel an Bert. Er genoß die neu gewonnene Freiheit, erkundete mit großen Augen die Umgebung und konnte nicht aufhören zu staunen, so sehr fesselten ihn die neuen Eindrücke der großen weiten Welt. Er kam vorbei an riesigen Bäumen und Autos, die so schnell an ihm vorbeisausten, dass ihr Fahrtwind Ernie fast aus seinem Dreirad wirbelte. Hunde schnüffelten an ihm, er ist schließlich nicht sehr groß.
Und so überquerte der kleine, fröhliche Ausreißer an diesem erlebnisreichen Tag die Straße vor seinem Haus - ihm kam es vor als hätte er die ganze Stadt beradelt.
Und nun? Wohin sollte er fahren? Und in welche Richtung ging es? Er hatte keine Landkarte dabei und sein Magen gab ein gefährlich klingendes Knurren von sich, das jetzt auch einen Hund neugierig machte, der daraufhin seine Nase gegen Ernies kleinen Bauch stupste. Nichteinmal etwas zu trinken hatte er sich mitgenommen. So konnte er unmöglich weiterfahren, die Sonne ging sicher auch bald unter und Licht hatte er ebenfalls keines dabei. 'Warum habe ich an all das nicht gedacht?' fragte sich Ernie plötzlich ganz ernsthaft.
Und so endete das Abenteuer des kleinen Ernie. Erschöpft und hungrig schob er sein Dreirad wieder in den Schuppen zurück. Auch das Entchen nahm er vom Rad und ging damit ins Haus. Bert hatte sich lautstark Sorgen gemacht, als er in die Tür trat, und schimpfte Ernie ordentlich aus, der sofort ansetzte, seine Geschichte zu erzählen. Das nächste Mal würde er an Proviant denken und vorher eine Route aussuchen und natürlich eine Taschenlampe mitnehmen, sprudelte aus ihm heraus. Und vielleicht, so dachte Ernie für sich, würde er sogar Bert mitnehmen, der sich immer noch nicht beruhigen konnte. Doch das Schimpfen hörte Ernie gar nicht mehr, als er mit dem Kopf auf dem Tisch einschlief und von den riesenhaften Hunden mit ihren kalten, nassen Nasen träumte.

Montag, 25. Februar 2008

Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom?


Ob der hellere der beiden Briefkästen erst nachträglich angebracht worden ist, weil der dunkle optisch in der Bretterwand verschwindet? Genügt hat es allem Anschein nach jedoch immer noch nicht, so dass mit großen Lettern und Pfeilen nachgeholfen werden musste. "Hallo Briefträger - hier bin ich, guck doch, ja, auch wenn es nicht so aussieht, der Schuppen ist bewohnt."
Andere Idee: Der helle Briefkasten war neidisch auf den dunklen Nachbarn. Der war nämlich schon immer dort, ein alt-eingesessener Kasten, jeder kennt ihn, dort gehört er hin.
Eines Tages kommt plötzlich so ein neuer,
schicker Postkasten daher, wird ganz nah neben dem alten an der Bretterwand festgeschraubt. Der neue will so gar nicht in das Bild passen...seine frisch gestrichene Oberfläche, die helle Farbe, der Duft nach Baumarkt...
Am nächsten Morgen kommt der Briefträger auf den Hof
geschlendert und - wirft die Post wie eh und je in den nun schon völlig durchgerosteten alten Kasten, der seine Briefe nicht mehr bei sich behalten kann. Argwöhnisch und von Neid geplagt beobachtet der Neue das tägliche Geschehen. Er putzt sich raus, leuchtet in sattem Creme (was hier nicht erkennbar ist, aber glaubt mir, ich war dabei!), doch stets vergebens - der Mensch als Gewohnheitstier, so auch der gemütliche Briefträger, mag das altbekannte, auch wenn es hier und da ein wenig an Funktionalität eingebüßt hat. Langsam wird der Cremige unruhig, er grübelt und heckt schließlich einen unfehlbaren Plan aus: Eine eindeutige Botschaft muss her: Ich bin DER Briefkasten, hier kommen Briefe, Zeitungen, meinetwegen auch Werbung und Rechnungen hinein - hier und NUR hier.
Geplant, getan. Am nächsten Tag wundert sich der träge Briefträger: "Briefkasten? Aber das weiß ich doch, ist schließlich mein täglich Brot," murmelt er, die Post schon in der ausgestreckten Hand. Diese steuert zielstrebig wie jeden Morgen den rostigen, bodenlosen Kasten an, lässt die Briefe hinein - und Sekunden später für den schwerhörigen Mann nicht vernehmbar - auf den Kiesboden hinunter gleiten.
"Ist denn das die Möglichkeit, wie blöd kann...,"
grummelt der aufgebrachte neue Kasten und verstummt mitten im Satz, denn es kommt ihm eine neue Idee. 'Vielleicht war der Ort der Beschriftung nicht glücklich gewählt. Vielleicht braucht der alte Mann eine klare Ansage - vielleicht helfen da nur noch klare, archaische Symbole. Ja, so wird es funktionieren, es muss!,' denkt sich der Cremige und holt in der nächsten Nacht, sobald der Rostige eingeschlafen ist, noch einmal den Eimer Farbe und einen Pinsel hervor, drappiert um sich herum sieben weiße Pfeile, die seine Vorherrschaft untermalen sollen.
Tags darauf staunen beide Kästen nicht schlecht: Ein neuer, junger Briefträger schreitet dynamischen Schrittes auf den Hof, begutachtet amüsiert die bemalte Schuppenwand und wirft mit einem Lächeln im Gesicht seine Briefe in den
Cremigen. Erst jetzt merkt der Alte, dass seine Zeit wohl gekommen ist. Zuvor hatte er auf seinen morbiden Charme und sein inniges Verhältnis zum schwerhörigen, schlurfenden alten Briefträger vertrauen können. Doch nun war eine neue Zeit angebrochen: Die der cremigen und dynamischen.

Donnerstag, 15. November 2007

Herzlich Willkommen

... und einen wunderschönen Tag wünsche ich allerseits. Schöne Tage verbinde ich zum Beispiel mit einem Spaziergang im Kiez. Man schlendert die alt bekannten Straßen entlang und entdeckt dennoch jedes Mal etwas Neues.
Mir geht es jedenfalls so, immer wieder und immer gerne. Wie oft wünschte ich mir da ein drittes Auge, das alles festhält, eine Archivierungsmaschine meiner Blicke - eine Kamera. Her damit und losgelegt.



«Ein Foto – eure Geschichte»



Das Leben festhalten – im Vorbeigehen inne halten: Menschen, Situationen, Stadtleben, Orte. All dies habe ich in Fotografien gebannt. Die Ergebnisse sind Momente des Lebens, Eindrücke eines flüchtigen Augenblicks. Sie schaffen Atmosphäre und können inspirieren, Ideen ans Licht bringen, Geschichten, Anekdoten, kleine Passagen aus einem von euch erdachten oder realen Leben einen Ort geben.

Hier könnt ihr euch jeden Gedanken der Welt zu meinen Fotos machen. Erst eure Texte machen aus den Fotografien eine Geschichte – oder geben ihnen besser gesagt viele unterschiedliche Stimmen. Denn gerade die Vielfalt an möglichen Interpretationen ist es, was mich an diesem Projekt interes-siert. Jeder sieht etwas anderes – was seht ihr?

Ihr habt selbst Fotos, die zum Schreiben einladen? Dann immer her damit – ihr könnt das Beste von allen eingesendeten Bildern auswählen, um dazu wieder kreativ zu werden.
Also: Ich freue mich auf eure Geschichten und Fotos und bin gespannt, welche bunt wuchernden Fantasiewelten ihr erschaffen könnt.


Hier ein erstes Bild. Mir fallen da viele Ostseegeschichten ein. Und euch?